


Das Zentrum der Stadt bildet der Marktplatz der "Corso del Popolo", der mit Bogengängen umgeben ist und von den Einwohnern lievevoll "la Piazza" (der Platz) gennant wird. Er verläuft quer durch die Stadt, vom "Piazza Vigo", in dessen Mitte sich die Säule mit dem kleinen Löwe (ein typisches Zeichen des venezianischen Einflusses) erhebt, bis hin zur Porta St. Maria, dem verliebenen Rest der mitteralterlichen Stadtmauer. Der Korso ist das "Cardo Maximus" des römischen Stadtschemas "Castrum". Durch Chioggia verlaufen ähnlich wie in Venedig mehrere Kanäle, der Kanal Vena ist der farbenreichste unter ihnen, da an seinen Ufern viele bunte Boote anlegen und er gesäumt von der Ständen der Fisch - Obst und Gemüsehändler ist. Die beide andere Kanäle St. Domenico und Lombardo nehmen Hochseefischenboote auf. Schaut man sich die Stadt von oben an, so erinnert der Verlauf ihrer Gassen an die Form einer Fischgräte. Die engen Gassen (calli) verlaufen zwinschen dem Corso del Popolo und Kanälen, sie bilden das Herz der Stadt, wo die Einheimischen zur Arbeit gehen und ein Plausch on Balkon zu Balkon gehalten wird, wie man es sich in einer kleinen gemütlichen italienischen Stadt vorstellt. Hier findet man noch das Bild einer heilen Welt, in der Geschichten noch auf die alte Art von Mund zu Mund weitergegeben werden und das Leben auf den Straβen der Stadt stattfinden.
Zu der Entstehung der Stadt Chioggia gibt es mehrere Vermutungen, der Sage nach flohen Clodia und Aineias nach der Zerstörung von Troja und lieβen sich an einem Ort nieder und gründeten eine Stadt namens "Clodia", das heutige Chioggia. Die Historiker hingegen sagen, daβ Chioggia um 2000 vor Christus von einem Volk aus Thessalien gegründet wurde und einst "Cluza" hieβ.
Die aktuelle urbanistische Struktur erinnert an die etruskische Periode. In alten Zeiten kreuzte der "Corso del Popolo" (Cardo maximus) sich in der Mitte mit einer Straβe (Decumanus maximus). Später wurde das Schema in dem römischen "Castrum" wieder angewendet.
Zu Zeiten der Seerepubliken fand die entscheidende Schlacht zwischen Venedig und Genua in Chioggia statt. Die Genuesen belagerten im Jahre 1379 die Stadt und zerstörten sie. Im Jahr darauf wurde Chioggia von den Venezianern wieder befreit.
Die Stadt Chioggia und ihre Bewohner arbeiteten hart, um sich von der Zerstörung zu erholen. Doch schlieβlich unterwarf sich die kleine Insel der venezianischen Herrschaft. Doch der Untergang dauerte drei Jahrhunderte lang an. In der Stadt wüteten Pestilenzen und Hungersnöte, die die Bevölkerung verringerten. Auch der Salzhandel, einer der wichtigsten Einnahmequellen deckte nur den lokalen Bedarf.
Im Jahr 1797 besetzten die Franzose das kleine Chioggia, das nach einem Jahr mit dem Campoformio Vertrag in die österreichische Herrschaft überging. Erneut lehnten sich die Einwohner von Chioggia gegen die neue Macht. Im Jahr 1806 eignete die französische Herrschaft das Land wieder an. Die neue Klassepolitik regierte bis 1814, als die Österreicher die Stadt erneut zurückeroberten.
Das "Risorgimento" nahm die Garibaldinerkampagne auf und im Jarh 1866 wurde Chioggia auch befreit.
Nach einer Phase der Ruhe kamen die beiden Weltkriege, welche die Stadt erneut schwer trafen, doch wieder einmal brachte die Stadt alle ihre Kräfte auf, um auch diese Krise zu überstehen.
Heute wird der Hafen von Chioggia wegen seinem hohen internationalen Niveau an der gesamten Adria als der Wichtigste sehr geschätzt. Er ist ein zentraler Punkt der Fischerei, mit seinen ca. 400 Booten, die entlang den Ufern der Stadtkanäle liegen und mit ihrem Fang den nationalen und internationalen Markt versorgen.